Curry ist nicht gleich Curry

Vielleicht hast du diese Erfahrung ja auch schon mal gemacht: Dein Curry-Gewürz ist leer, und beim Einkauf greifst du nach dem erstbesten neuen. Zu Hause stellst du fest, dass das Gewürz ganz anders schmeckt, als du es gewohnt bist. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn Curry als solches wächst nicht auf einem Baum oder an einem Strauch. Vielmehr ist das gelbe Pulver eine Gewürzmischung aus bis zu 36 einzelnen Zutaten.

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Curry

Inhaltsstoffe

Kurkuma, Koriander, Kreuzkümmel, Bockshornkleesamen, Ingwer, schwarzer Pfeffer

Saison

als Pulver ganzjährig erhältlich

Lagerung

in einem dunklen, verschlossenen Glas bei Raumtemperatur

Haltbarkeit

etwa 1 Jahr 


lichtgeschützt und trocken etwa ein Jahr

lichtgeschützt und trocken etwa ein Jahr

Wie das Curry nach Europa kam

In der indischen Küche ist es Tradition, Gewürzmischungen zu verwenden. Diese sogenannten Masalas werden frisch zubereitet, und jeder Koch hat seine eigenen Rezepte, die auf das jeweilige Gericht abgestimmt sind. Während der britischen Kolonialzeit lernten die Engländer die Masala-Gewürzmischungen kennen und lieben. Sie kreierten eine mildere Version für europäische Gaumen und nannten diese Curry, abgeleitet vom tamilischen Wort «kari», was «Sauce» bedeutet.

Jede Curry-Mischung setzt sich aus bis zu 36 Zutaten zusammen. Einzelne Komponenten sollten nicht hervorstechen, sondern zusammen eine wohlschmeckende, ausbalancierte Mischung ergeben. Die wichtigste Zutat ist Kurkuma. Dieses intensiv gelbe Gewürz gibt dem Curry seine charakteristische Farbe. Auch Koriander, Kreuzkümmel, Bockshornklee, Ingwer und Pfeffer sind meist enthalten. Je nach Zusammensetzung kann das gelbliche Pulver noch folgende Zutaten enthalten:

Von süsslich-mild bis feurig-rassig

Nicht nur die Masalas in Indien, sondern auch die Curry-Gewürze in Europa unterscheiden sich voneinander. Die Hersteller variieren die Bestandteile und vor allem die Schärfe ihrer Curry-Mischungen. Im Handel haben sich einige spezielle Mischungen etabliert:

  • Englische Mischung: aromatisch und mild, beliebt für europäische Gerichte
  • Indische Mischung: enthält mehr Koriander als andere Mischungen
  • Madras-Curry: rassig, enthält mehr Chili
  • Bengalen-Curry: ein mildes, leicht süssliches Curry
  • Thai-Curry: würzige, mittelrassige Mischung, die sich vor allem für thailändische Gerichte eignet, rötliche Farbe aufgrund des hohen Gehalts an Paprikapulver

Kein Riz Casimir ohne Curry

Aufgrund seiner vielfältigen Geschmacksrichtungen hat Curry nicht nur in der indischen oder der asiatischen Küche einen Platz. Auch europäische Gerichte schmecken mit einer Prise oder einem halben Teelöffel der gelben Mixtur gleich ganz anders. Riz Casimir wäre ohne Currysauce gar nicht denkbar. Gerade zu Reis ist das Gewürz die erste Wahl. Verfeinere einmal vegetarische Gerichte oder Mahlzeiten mit Fleisch, Fisch oder Poulet mit dem gelben Pulver. Teigwaren- und Kartoffelsalate, Suppen, Dressings und Saucen erhalten mit einer Prise Curry nicht nur eine schöne gelbe Farbe, sondern auch eine exotische Note.

Am besten kommt das Aroma eines Currys zur Geltung, wenn du das Gewürz vor der Verwendung kurz in etwas Fett andünstest. Dafür eignet sich Butter oder Ghee – das geklärte Butterfett ist eine indische Spezialität und steht zum Beispiel im Feinkostregal. Kochanfängern fällt es mitunter schwer, das exotische Pulver richtig zu dosieren. Sollte einmal zu viel des rassigen Madras-Currys im Topf oder in der Pfanne gelandet sein, mildert Rahm die Schärfe ab. Für asiatische Gerichte kannst du auch Kokosmilch verwenden. Sie passt vom Geschmack her meist sehr gut.

Nicht verwechseln

Wenn du in Indien Curry bestellst, bekommst du mitnichten das Gewürzpulver serviert. In Südasien und Südostasien bezeichnet dieser Begriff eine Art Eintopf mit einer speziell gewürzten Sauce und verschiedenen Zutaten, zum Beispiel Gemüse, Fleisch, Fisch oder Meeresfrüchten. Dazu werden meist Reis, Linsen oder Brot, in Indien zum Beispiel Chapati oder Naan, gereicht. Ähnlich wie beim Curry-Pulver kommen für die Sauce zahlreiche Gewürze zum Einsatz. Einige Gerichte sind sehr rassig, weil sie viel Chili enthalten.

Auch mit dem Currybaum, der in Asien wächst, hat das Gewürz nichts zu tun. Die Curry-Blätter werden in einigen Regionen Indiens zwar ebenfalls als Gewürz verwendet, sie schmecken aber fruchtig und rauchig. Die Italienische Strohblume, auch Currykraut genannt, ist ebenfalls kein Bestandteil des Gewürzpulvers. Der Name rührt daher, dass der Duft ihrer Blüten an Curry erinnert. Currykraut wird auch als Würzmittel eingesetzt, der Geschmack erinnert entfernt an das echte Curry-Gewürz.

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