Beerenglück

Mit seinem Betrieb Piccoli Frutti kultiviert der Vater dreier Kinder hier oben in den Bergen Heidel-, Brom-, Him- und Erdbeeren. Als ich den steilen Hang hinaufschaue, denke ich, dass es bestimmt einfachere Orte gibt, dieser Arbeit nachzugehen. Die Beeren werden nicht auf einem grossen Feld, sondern aufgrund der Bodenknappheit in der Bergzone auf 60 einzelnen kleinen Parzellen angebaut. Die Familie wohnt in einem alten Steinhaus im Dorf, wo auch die Produktion stattfindet. Jeder Meter wird genutzt, um Beeren anzubauen, also auch der eigene Familiengarten und die Gärten der Nachbarn. Nicolò liess sich nie von seiner Idee abbringen. Und der Erfolg gibt ihm bis heute recht. 

Nicolò erzählt mir, dass er nach der Berufsmatura in Zürich beim Obst- und Gemüsemarkt Engros als Händler gearbeitet hat. Dort merkte er schnell, dass der Handel nicht sein Ding ist – die Materie rund um Obst und Gemüse interessierte ihn hingegen sehr. Sein Vater betrieb zu dieser Zeit Kernobstfelder, und so wechselte auch der Junior bald vom Handel in die Produktion. In Äpfeln und Birnen sah der innovative Nicolò jedoch keine grosse Zukunft und entschloss sich deshalb, voll und ganz auf den Anbau von Beeren zu setzen.

Val Lumnezia
Hoch oben in den Bergen baut Nicolò Paganini Beeren an.
Nahaufnahme reife Heidelbeeren
Einheimische Heidelbeeren schmecken am besten, wenn sie reif gepflückt werden.
Beeren sind für mich jedes Jahr aufs Neue ein kleines Wunder.

Nicolò Paganini

Es war nicht nur eine Vernunftsentscheidung, die Beeren sind für ihn jedes Jahr ein kleines Wunder. Im April sei noch nichts los, und plötzlich spriessen die Zweige, die Blüten und die Beeren aus dem Boden. In diesen Momenten ist er am glücklichsten. Dann, wenn er am Sonntag mit seinen Kindern in den Beerenhainen spazieren gehen kann und der Natur und seinen Produkten ganz nah ist.

Nicolò Paganini im Portrait
Nicolò Paganini verfolgt seinen Beruf mit grösster Leidenschaft.

Heute arbeiten in seinem Betrieb fünf Angestellte, und während der Hauptsaison kommen mehr als 40 Pflückerinnen aus der Region, die ihm bei der Ernte helfen. Von der jungen Studentin bis zur munteren Hausfrau packen hier alle mit an. Frauen, so sagt er, haben die besseren Hände zum Pflücken. Männer seien weniger feinfühlig und zerdrückten die zarten Kostbarkeiten mit ihrer Kraft. Dasselbe gilt für Maschinen, auf diese verzichtet der Bündner deswegen auch in Zukunft. Und ich verstehe jetzt auch, weshalb: Man riecht, ob ein Produkt mit Liebe zubereitet und von Hand gepflückt wurde. Meine Cashew-Vanille-Zimt-Dattel-Crème auf Himbeerkonfi-Coulis schmeckt dank Nicolòs Konfitüre, die ohne zusätzliche Aromen oder Farbstoffe produziert wird, besonders lecker. Bun appetit!

Nadia und Plückerinnen
Nadia unterhält sich bestens mit den Pflückerinnen.

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