Nach einem achtstündigen Flug mit kurzem Zwischenstopp in Dubai landeten wir bei angenehmen Temperaturen von 28 Grad in Muskat. Da wussten wir noch nicht, wie sehr wir uns von der Freundlichkeit der Menschen verzaubern lassen und über die vielen Sehenswürdigkeiten staunen würden.

Tradition und Fortschritt gehen im Oman Hand in Hand. Sultan Qaboos hat in den letzten 40 Jahren viel Geld in den Ausbau der Strassen investiert und das Land in die moderne Zukunft geholt. Es ist unglaublich spannend, ohne Hektik, modern und gleichzeitig sehr traditionell und aussergewöhnlich.

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Die kulinarischen Traditionen des Sultanats haben sich unter Einflüssen vieler verschiedener Kulturen entwickelt. Der Oman ist stark durch die indische und pakistanische Küche geprägt, aber auch Sri Lanka und Sansibar haben ihre Spuren hinterlassen.
Ob Kardamom, Safran, Zimt oder Nelken, die omanische Küche ist reich an herzhaften Gewürzen. In Muskat, das sich ca. 60 km entlang der Küste erstreckt, kommt frischer Fisch auf den Teller. Im Landesinnern eher Huhn und Rind. Dazu immer Reis.

Die Gastfreundschaft wird im Oman hochgeschrieben. Einer der wichtigsten Aspekte beim Essen im Oman ist das Teilen der Speisen. Auf Kissen auf dem Boden sitzend versammelt man sich zum gemeinsamen Essen. Teller gibt es keine, jeder bedient sich an den reichlich gefüllten Platten in der Mitte.

Qahwa: Ein Kaffee mit besonderer Note und Geste

Die Kaffeekultur im Oman ist etwas ganz Besonderes. Überall – in jedem Hotel, in jedem Privathaus, auf dem Markt – reicht der Omani zum Empfang Qahwa: ein mit Kardamom, Safran und Rosenwasser parfümierter Kaffee. Da er sehr bitter ist, werden dazu Datteln in einer silbernen Schale serviert. Bevor man den ersten Schluck trinkt, nimmt man eine Dattel in den Mund. Die würzigen Noten des Kaffees und die Süsse der Dattel vereinen sich aufs Köstlichste. Wichtig: Wer eine Tasse Kaffee ablehnt, der weist eine wichtige Geste der Gastfreundschaft zurück.

Qahwa – das Rezept Qahwa – das Rezept

Zutaten:

  • ½ Liter Wasser
  • 3 Teelöffel gemahlener Kaffee
  • 1 Teelöffel gemahlener Kardamom
  • ½ Teelöffel gemahlener Safran
  • ½ Teelöffel Rosenwasser (erhältlich in Coop Vitality Apotheken)

Zubereitung:

Das Wasser zum Kochen bringen. Den Kaffee mit den Gewürzen dazugeben. Kurz köcheln lassen, das Rosenwasser beigeben und heiss mit Datteln servieren.

Die Datteln sind die Juwelen des Omans. Anders als die wenigen Sorten, die wir hierzulande kennen, duften sie im Oman nach Caramel, schmecken nussig-süss und sind weich wie Butter. Aus den Datteln werden Sirup, herrliche Desserts und saftiger Dattelkuchen hergestellt. Die Kerne dienen als Futter für die Kamele und aus den Palmblättern werden Hausdächer und Küchenutensilien geflochten. Und was gibt es sonst noch kulinarisch zu entdecken?

Shuwa

Shuwa ist ein omanisches Festtagsgericht, welches nur während des Eid al Adha am Ende des Ramadan serviert wird. Über volle zwei Tage wird ein ganzes Lamm in einem Erdofen langsam geschmort, bis es den perfekten Gargrad erreicht hat.

Reis mit tausendundeinem Gewürz

Der nach Safran duftende Biryani-Reis findet sich auf praktisch jeder Karte. Er wird überall ein bisschen anders zubereitet, immer aber auf einer grossen Platte serviert. Eine magische Kombination aus Gewürzen, die unsere Geschmacksknospen regelmässig tanzen liess. Er wird vegetarisch, mit Fisch oder Fleisch serviert. Dazu wird ein Salat gereicht. Merke: Gegessen wird stets mit der rechten Hand.

Halwa

Halwa (arabisch für süss) ist die bekannteste Süssspeise des Sultanats. Zucker, Honig, Rosenwasser, Eier, verschiedene Nüsse und Gewürze werden zu einer klebrigen, puddingartigen Masse verarbeitet und zum arabischen Kaffee und Datteln serviert. Traditionellerweise wird Halwa auf einem grossen Teller in der Mitte serviert und von Gastgeber und Gästen gemeinsam genossen.

Viel zu entdecken

Neben den kulinarischen Highlights gibt es im Oman noch so viel mehr zu entdecken. Mit einem Allradfahrzeug erkundeten wir das Land und erlebten viel Abenteuerliches. Wir rasten  zum Beispiel Offroad durch die Wüste, tauchten in Wadis, staunten auf Tiermärkten und kletterten durchs Gebirge. Hier sind unsere schönsten Eindrücke.

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Nizwa Tiermarkt

Ein eindrückliches Erlebnis war der Tiermarkt in Nizwa, der jeden Freitagmorgen um 7 Uhr früh neben dem Fort stattfindet. Von überall kommen die Omanis angereist, um ihre Ziegen, Schafe, Hühner, Kaninchen und Rinder an den Mann zu bringen. Oder an die Frau.

Misfah

Das idyllische Bergdorf Misfah, das nur zu Fuss zu erkunden ist, ist definitiv einen Ausflug wert. Schon die Anfahrt ist spektakulär: In engen Serpentinen führt die Strasse den Berg hinauf bis zum komplett aus Natursteinen gemauerten, am steil abfallenden Berghang gelegenen Dorf. In Misfah kommt man sich fast ein bisschen vor wie im Paradies. Man kann sich fast nicht satt sehen an dem vielen Grün. Hier genossen wir die kühle Luft bei einem Spaziergang entlang der endlosen Palmenhaine. Die angenehme Stille wird nur durch das plätschernde Wasser des ausgeklügelten Falaj-Kanalsystems und vom Vogelgesang unterbrochen.

Wadis

Im Oman sind die Wadis sehr vielfältig: Wenn es viel Wasser gibt, präsentieren sie sich als traumhafte Oasen mit üppigen Palmenhainen und smaragdgrünen Naturpools und Wasserfällen. Wenn sie kein oder wenig Wasser führen, verwandeln sie sich in karge Trockentäler mit bizarren Felsformationen. Oft sind die Wadis nur mit einem Allradfahrzeug erreichbar.
Das Wadi Shab befindet sich nur ca. zwei Stunden südlich von Muscat und ist besonders am frühen Morgen, wenn noch kaum Touristen da sind, ein wunderschöner Ort der Entspannung.

Moschee

Die Sultan Qaboos Grand Mosque ist die grösste Moschee im Oman und die einzige, die auch für Nichtmuslime zugänglich ist. Besonders eindrücklich sind der acht Tonnen schwere Swarovski-Kronleuchter und der 4 000 Quadratmeter grosse Teppich, der von über 600 Frauen vier Jahre lang geknüpft wurde.

Gebirge

Der Oman besticht mit einer unglaublichen Bergwelt. Der höchste Berg ist der Jebel Shams (3 009 m.ü.M.). Mit dem Allradfahrzeug erreicht man ein Plateau, das einem einen fantastischen Blick in das 1 000 Meter tiefe Tal Wadi Ghul, dem Grand Canyon des Omans, bietet. Das Plateau erfordert allerdings starke Nerven, da es kaum gesichert ist.

Wüste

Natürlich darf man im Oman den Zauber einer sternenklaren Wüstennacht nicht verpassen. Die Wahiba Sands Wüste liegt im Osten des Omans und bietet spektakuläre 150 Meter hohe Dünen. Viele Wüstencamps bieten schöne Übernachtungsmöglichkeiten für Touristen und wer will, kann auf dem Kamel durchs Dünenmeer reiten.

Sue und Sibylle - Comme Soie
Sue und Sibylle - Comme Soie
Die beiden Freundinnen sind kochbegeistert und immer auf der Suche nach allem Schönen.

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