Um für ziellose Streifzüge durch die schmalen Gassen des historischen Zentrums gestärkt zu sein, startet man den Tag am besten an der Espressobar mit einem typisch napolitanischen Gebäck. Die üppig gefüllten Theken der Pasticcerias stellen einen vor die Qual der Wahl. Wir haben unseren Favoriten schnell gefunden: Sfogliatelle! Das muschelförmige Gebäck aus kunstvoll geschichteten Blätterteiglagen ist mit einer Creme aus Griess, Ricotta und kandierten Früchten gefüllt und genau das Richtige für Liebhaber von einem süssem Frühstück. Dem Baba au Rhum und den mit Walderdbeeren garnierten Törtchen konnten wir aber auch nicht widerstehen.

Koffein getankt, geht es nach der ersten Stärkung weiter an einen der unzähligen Märkte. Fast jedes Stadtviertel in Neapel hat seinen eigenen kleinen Markt. Beim Feilschen um Meeresfrüchte, Gemüse oder Früchte verständigt man sich notfalls per Handzeichen, dabei geht es nämlich lautstark und ruppig zu und her. Der Fischmarkt an der Meerpromenade im Quartier Mergellina ist besonders empfehlenswert. Frühaufsteher können dort den Fischer beim Ausladen und Präsentieren ihrer Fänge zusehen.

Um zwischen kurvenden Motorscootern und hupenden Autos die wahren Oasen zu finden, lohnt es, in die Hinterhöfe zu schauen. Mit Blick auf prunkvolle Gebäude oder in von Pflanzen überwuchernde Gärten und der Geruch von frisch gewaschener Wäsche, welche an der Sonne trocknet, kann man der grossstädtischen Hektik für einen Moment entfliehen.

Die Gegend rund um die «Via dei Tribunali» ist ein guter Ausgangspunkt, wenn beim Spazieren durch das Gassengewirr langsam der Magen knurrt. An jeder Ecke locken kleine Stände und Auslagen mit schnellem Essen auf die Hand. Grundsätzlich mögen es die Napoletaner gerne frittiert. Egal ob man sich für Fritto Misto (Fisch und Meeresfrüchte), Arancini (gefüllte Reisbällchen), Panele (Kichererbsen Chips) oder sogar Pizza Fritta entscheidet – den Kalorienzähler lässt man besser zu Hause, um sich genüsslich den Gerichten widmen zu können. Als willkommene Abkühlung empfehlen wir eine frische «Granita al Limone», welche aus den unglaublich aromatischen Zitronen von der Amalfiküste zubereitet wird.

Für den grössten Ansturm in der Via dei Tribunali sorgen jedoch die Pizzerien. Sie sind der ganze Stolz Neapels. In der Geburtsstadt des Fastfood-Klassikers ist der wulstige, elastische Rand luftig und der Belag, bestehend aus Tomaten, Parmesan, Mozzarella, Basilikum und Olivenöl, steht in einer perfekten Symbiose mit dem typisch neapolitanischen Teig. Bei einer Frage sind sich die Pizzaiolos einig: nur die besten Zutaten aus der Gegend um Neapel werden verwendet, damit selbst eine einfache Margherita als unvergesslicher Genuss in Erinnerung bleibt. Wer keinen Sitzplatz in von Holzöfen erhitzten Restaurants ergattert, muss nicht hungrig bleiben, die Pizzas sind auch zum Mitnehmen erhältlich. Als «Portafoglio» werden sie doppelt gefaltet zum direkten Verzehr verkauft. Die besten Pizzerias wie «Antonio e Gigi Sorbillo» oder «Di Matteo» sind unschwer zu erkennen – auf der Strasse vor dem Eingang bilden sich dort nämlich die grössten Trauben wartender Leute.

Wer den Abend etwas ruhiger ausklingen lassen möchte, kann es sich in der Hitze der sinkenden Sonne an der Meer-Promenade gemütlich machen. Mit einer Auswahl an Markteinkäufen, einem Glas Apérol Spritz und dem Blick auf die nahe gelegenen Inseln Capri oder Procida lässt man den Tag genussvoll Revue passieren.

Corinne und Bettina - nom-nom
Corinne und Bettina - nom-nom
Die beiden Macherinnen des Foodblogs nom-nom lassen sich auf Reisen inspirieren.

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