«Es vergeht kein Tag, an dem ich mich nicht mit Kulinarik befasse»

Kochen und Reisen – diese Dinge gehören für Andreas Halter zusammen. Als Küchenchef im Tropenhaus Wolhusen kann er seine Begeisterung für Aromen aller Art perfekt mit seiner Leidenschaft für ferne Länder ergänzen: Das mit 14 Gault Millau Punkten ausgezeichnete Restaurant Mahoi ist bekannt für seine Kombination aus tropischen und heimischen Zutaten. 

Wie bist du zum Kochen gekommen?

Ich war seit klein auf ein äusserst heikler Esser, der gerne kritisiert hat. Als ich etwa zehn Jahre alt war, hat es meinen Eltern gereicht. Sie schenkten mir ein Kochbuch und meinten, ich solle doch mal für die Familie kochen, damit ich sehe, was es bedeutet. Ich fand jedoch so viel Gefallen und Freude daran, dass es zum Hobby und später zum Beruf wurde.

Was ist heute dein Lieblingsessen?

Das gibt es nicht, oder ich müsste an die 100 Gerichte aufzählen. Ich liebe die Abwechslung und die Vielfalt. Es ist doch toll, je nach Saison und Stimmung einen anderen Favoriten zu haben. An einem Tag total das Verlangen nach einem Gericht zu haben und am nächsten Tag wieder ein komplett anderes zu wollen.  

Wie entstehen deine Küchenkreationen?

Durch verschiedenste Einflüsse. Auf Reisen, bei denen ich etwas komplett Neues kennenlerne. Durch ein einzelnes Produkt oder eine Kombination von Geschmäckern, die ich umsetzen möchte. Oder indem ich durchs Tropenhaus laufe und alle Produkte direkt vor mir sehe. Ich entscheide mich dann meist, mit einem speziellen Produkt zu arbeiten, und baue ein Gericht damit auf. Ich spiele dann oft im Kopf schon durch, wie es schmecken wird – und meistens klappt das auch. 

Welche Musik hörst du beim Kochen?

Jazz, Funk, HipHop und Rock. Bei mir muss beim Kochen immer Musik laufen, denn sie dient mir auch als Inspiration.

Hast du einen Lieblingskochpartner?

Meine zweieinhalbjährige Tochter. Aber nicht, weil sie mir eine grosse Hilfe ist. Es ist einfach toll zu sehen, wie viel Freude es ihr macht, auch nur den Salat zu waschen, oder ihn auszuschleudern. Sie durchlöchert mich immer mit allen möglichen Fragen. So ist immer viel Action in der Küche. 

Lieber alleine oder mit anderen zusammen kochen?

Zuhause lieber alleine, so kann ich mein eigenes Tempo fahren und fühle mich viel freier. Ich liebe es, für andere zu kochen. Aber während des Kochens hat ausser meiner Tochter niemand in der Küche Zutritt. Bei der Arbeit ist es jedoch etwas komplett anderes. Dda gibt es eine klare Arbeitsaufteilung und ich könnte alleine nichts erreichen.

Wen würdest du gern mal bekochen?   

Jeden weltoffenen Geniesser.

Welches Küchenutensil ist für dich unentbehrlich? 

Die Microplane.

Das wichtigste Gewürz in deiner Küche? (Salz und Pfeffer mal ausgeschlossen)

Kreuzkümmel. Ein Gewürz, das in der Schweiz komplett unterschätzt wird und viele Leute mit Kümmel verwechseln. Denn die beiden haben nichts gemeinsam. Für die exotische Küche ein absolutes Muss.

Hast du eine «geheime Zutat», die deinen Gerichten den speziellen Pfiff verleiht?

Ich liebe alle Arten von Zitrusschalen. Sie verleihen vielen Gerichten ein tolles und leichtes Aroma mit viel Frische.

Was ist deine schönste Kocherinnerung?

Meine tollste Kocherinnerung war, als es mir zum ersten Mal gelang, selbst Tempeh herzustellen. Ich habe Tempeh in Indonesien kennen gelernt und wollte die Herstellung unbedingt selbst beherrschen. Als es sicherlich 5-mal misslang und alle um mich herum schon gesagt haben, ich solle es doch sein lassen, hatte ich endlich den Dreh raus. Seitdem klappt es jedes Mal. Deshalb: nie aufgeben!   

Kochen und Essen ist und war schon immer etwas vom Wichtigsten in meinem Leben.

Andreas Halter

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